Männerchor Markt Kirchseeon e.V.

...aus Freude am Singen

„EINER für ALLE – ALLE für EINEN“ – Das Solokonzert des Männerchores Markt Kirchseeon e.V.

Mit einem abwechslungsreichen Solistenkonzert präsentierte sich der Männerchor Markt Kirchseeon e. V. unter der Leitung von Michael Riedel am Samstag, den 25. April 2026, in der ATSV-Halle, Kirchseeon. Das Motto des Abends – „EINER für ALLE, ALLE für EINEN“ – erwies sich dabei als programmatisch: Solisten und Chor traten als eingespieltes Team auf, das musikalisch wie atmosphärisch überzeugte. Unterstützt wurde der Chor von den Swing Goldies unter der Leitung von Ewald Reich und dem Pianisten Andreas Altherr.

Bereits der Eröffnungsbeitrag „Wir machen Musik“, veredelt durch ein Solo von Heinz Geistlinger, setzte einen heiteren Ton. Das Publikum wurde spürbar eingestimmt auf einen Abend, der nicht nur musikalisch, sondern auch emotional entlastend wirkte – ganz im Sinne des Leitgedankens, dass „mit Musik alles nur noch halb so schwer“ sei.

Nach der Begrüßung durch den ersten Vorstand, Gabor Fischer, übernahm Wolfgang Schwarz die Moderation. Mit sicherem Gespür führte er durch das Programm und verband die Beiträge mit kurzen, pointierten Anmerkungen.

Das Thema Musik als Seelentröster stand im Mittelpunkt von „Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist“, überzeugend interpretiert von Rolf Geber und Wolfgang Gruber. Mit „Heimweh“, „Aloa Oe“ und dem schottischen „Loch Lomond“ präsentierten Gabor Fischer, Thorsten Steinkopff, Rolf Geber und Sebastian Koplin anschließend ein breites Spektrum an Stimmungen und Klangfarben.

Zwischen den Gesangsbeiträgen sorgten die Swing Goldies für musikalische Energie. Ihr Repertoire – von Bert Kaempfert und Herb Alpert bis zu Schostakowitschs Walzer Nr. 2 – verlieh dem Abend stellenweise den Charakter eines Tanzcafés. Einige Zuhörer wirkten tatsächlich kurz davor, ihre Stühle gegen eine Tanzfläche einzutauschen.

Ein besonderer Höhepunkt war das virtuose Arrangement von Mozarts „Alla Turchissima“, das Pianist Andreas Altherr eigens für diesen Abend neu arrangiert hatte. Seine rasanten Läufe über die Tasten beeindruckten ebenso wie die Leichtigkeit, mit der er die Melodie gestaltete.

Nach der Pause wurde es zunächst nostalgisch: Wolfgang Schwarz interpretierte „Die kleine Kneipe“ mit spürbarer Wärme. Einen der bewegendsten Momente des Abends lieferte Sepp Martl mit dem Weinlied „Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller“. Der fast 88-jährige, seit 68 Jahren aktiver Sänger des Chors, verzichtete auf ein Mikrofon – und füllte dennoch mit seiner Stimme mühelos die Halle. Die stehenden Ovationen waren Ausdruck großer Wertschätzung.

Auch der Humor kam nicht zu kurz.

In „Der kleine Teddybär“ stand Thorsten Steinkopff plötzlich einem Teddybären gegenüber, der fast Bühnenpräsenz beanspruchte. „Mir geht’s gut“ mit Heinz Geistlinger, Michael Hammer und Rupert Schwarz sorgte für spürbare Heiterkeit. Und in „Frühlingsgefühle“ kämpften Sylvia Höher-Schwarz und Gabor Fischer weniger mit romantischen Schmetterlingen als mit einer hartnäckigen Pollenallergie – ein augenzwinkernder Bruch mit dem klassischen Liebeslied.

Mit „You raise me up“ setzten Chor und Solist Bernhard Schwarz einen würdigen Schlusspunkt. Nach einem Abend voller Musik, Humor und Gemeinschaft wirkte der Titel wie eine musikalische Selbstbeschreibung: ein Chor, der einander – und sein Publikum – trägt und stärkt.

Nach einer Zugabe klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen aus. Wer den Männerchor Markt Kirchseeon wieder erleben möchte, sollte sich den 6. Dezember vormerken. Dann heißt es musikalisch: „Auf Weihnachten zua“. (cm)